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Bacopa monnieri (Brahmi): Studienlage, Einnahme, Nebenwirkungen

Bacopa wird oft als pflanzliches Nootropikum gehandelt. Die Studien dazu sind klein, die Zeiträume lang, und die Ergebnisse beschränken sich weitgehend auf Gedächtnistests.

Bacopa monnieri, auch Brahmi genannt, wurde in kontrollierten Studien meist als standardisierter Extrakt mit 300 mg pro Tag über zwölf Wochen untersucht. Eine Übersichtsarbeit von Pase et al. (2012) fand Hinweise vor allem bei Tests zum freien Erinnern, für andere geistige Fähigkeiten kaum. Die häufigsten beschriebenen Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt.

Dieser Beitrag ordnet die Studienlage ein: welche Mengen untersucht wurden, warum die Studien so lange laufen und was zur Verträglichkeit bekannt ist. Bacopa ist kein Bestandteil von ALPHORA FOKUS. Einen Überblick über die Stoffgruppe gibt die Themenseite Nootropika.

Was ist Bacopa monnieri?

Bacopa monnieri ist eine Pflanze mit langer Anwendungsgeschichte in der ayurvedischen Medizin. Zu ihren am meisten untersuchten Inhaltsstoffen zählen die Bacoside, auf die Extrakte für Studien standardisiert werden. In der Studie von Calabrese et al. (2008) etwa kam ein Trockenextrakt aus den oberirdischen Pflanzenteilen zum Einsatz, standardisiert auf mindestens 50 Prozent Bacoside A und B. Eine Tablette mit 300 mg Extrakt entsprach laut den Autorinnen und Autoren etwa 15 g Kraut.

Daraus folgt dieselbe Regel wie bei anderen Pflanzenextrakten: Die Milligrammzahl allein sagt wenig. Studienmengen lassen sich nur auf Produkte übertragen, die einen vergleichbar standardisierten Extrakt enthalten. 300 mg Pflanzenpulver und 300 mg eines hochkonzentrierten Extrakts sind nicht dasselbe.

Was zeigen die Studien?

Die meisten kontrollierten Studien zu Bacopa sind klein, liefen über zwölf Wochen und schlossen häufig ältere Erwachsene ein. Ein Überblick über vier häufig zitierte Arbeiten:

ArbeitTeilnehmendeMenge pro TagDauerErgebnis laut Autoren
Calabrese et al., 200854 Personen ab 65 Jahren300 mg12 WochenUnterschied zugunsten Bacopa beim verzögerten Wortabruf
Morgan & Stevens, 201098 gesunde Personen über 55300 mg12 WochenUnterschiede bei verbalen Lern- und Gedächtnistests, mehr Magen-Darm-Beschwerden
Pase et al., 2012 (Übersicht)6 Studien300 bis 450 mgjeweils 12 WochenUnterschiede in 9 von 17 Tests zum freien Erinnern, kaum Belege für andere Bereiche
Kongkeaw et al., 2014 (Meta-Analyse)9 Studien, 518 Personenstandardisierte Extraktemindestens 12 Wochenkürzere Zeiten im Trail-Making-Test B und bei der Wahlreaktionszeit

Die Meta-Analyse von Kongkeaw et al. bewertete das Verzerrungsrisiko der eingeschlossenen Studien als gering. Die Autorinnen und Autoren halten trotzdem eine große, gut angelegte Vergleichsstudie gegen ein bestehendes Medikament mit einem standardisierten Präparat für nötig, bevor sich belastbare Aussagen über den Nutzen bei Gesunden oder bei Demenz treffen lassen. Pase et al. beschreiben die Forschung als noch am Anfang stehend: Viele geistige Fähigkeiten wurden kaum gemessen, andere Dosierungen und Extrakte kaum verglichen.

Kurz gesagt: Die Datenlage ist begrenzt. Es gibt eine Reihe ordentlich angelegter, aber kleiner Studien mit Hinweisen auf Unterschiede bei Gedächtnistests. Für die Konzentration im Alltag oder für Zeiträume über zwölf Wochen hinaus sagen sie wenig.

Warum laufen Bacopa-Studien zwölf Wochen?

Bacopa wird in der Forschung nicht als Mittel für den Moment untersucht, sondern über Wochen täglicher Einnahme. Stough et al. (2001) testeten ihre Teilnehmenden nach fünf und nach zwölf Wochen, die deutlichsten Unterschiede zum Placebo zeigten sich nach zwölf. Kongkeaw et al. schlossen nur Studien mit mindestens zwölf Wochen Dauer ein.

Für die Einordnung heißt das: Aussagen über eine Wirkung nach einer einzelnen Einnahme lassen sich aus diesen Studien nicht ableiten. Wer Bacopa mit Koffein vergleicht, vergleicht zwei völlig unterschiedliche Studiendesigns.

Einnahme: was in Studien üblich war

Eine offizielle Dosierempfehlung für Nahrungsergänzungsmittel gibt es nicht. Die Studien geben aber einen Rahmen:

  • Menge: meist 300 mg standardisierter Extrakt pro Tag, in einzelnen Studien bis 450 mg.
  • Häufigkeit: In der Studie von Calabrese et al. war es eine Tablette pro Tag.
  • Dauer: in der Regel zwölf Wochen. Über diesen Zeitraum hinaus liefern die genannten Studien keine Daten.
  • Zeitpunkt und Mahlzeit: Ein in Studien belegter bester Zeitpunkt ist uns nicht bekannt. Weil Magen-Darm-Beschwerden die häufigste Nebenwirkung sind, liegt die Einnahme zu einer Mahlzeit nahe. Untersucht ist das nicht.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

In der Studie von Morgan und Stevens (2010) führte Bacopa im Vergleich zu Placebo zu Magen-Darm-Nebenwirkungen: häufigerer Stuhlgang, Bauchkrämpfe und Übelkeit. Calabrese et al. (2008) beschreiben die Verträglichkeit als gut, mit wenigen unerwünschten Ereignissen, überwiegend Magenbeschwerden, die unter Bacopa und Placebo ähnlich häufig auftraten.

Ein offener Punkt sind Wechselwirkungen. In Laborversuchen von Ramasamy et al. (2014) hemmte ein standardisierter Bacopa-Extrakt mehrere Leberenzyme der Cytochrom-P450-Familie, über die viele Medikamente abgebaut werden, darunter CYP3A4, CYP2C9, CYP2C19 und CYP1A2. Die Autorinnen und Autoren halten Wechselwirkungen mit Arzneimitteln deshalb für möglich. Ob das beim Menschen relevant ist, wurde mit diesen Versuchen nicht geprüft. Einen breiteren Blick auf Verträglichkeit bei Nootropika gibt der Beitrag Nootropika: Nebenwirkungen.

Zum rechtlichen Rahmen Für Bacopa monnieri gibt es keinen von der EU zugelassenen Health Claim. Die Bewertung gesundheitsbezogener Angaben zu Pflanzenstoffen ist seit Jahren ausgesetzt („on hold“). Dieser Beitrag beschreibt, was in Studien gemessen wurde, und macht keine Aussage über eine Wirkung. Hintergründe stehen im Beitrag EU Health Claims erklärt.

Wann ärztlich abklären?

  • Vor der Einnahme, wenn du regelmäßig Medikamente nimmst. Wegen der in Laborversuchen beobachteten Enzymhemmung ist eine Rücksprache mit Arztpraxis oder Apotheke sinnvoll.
  • In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern und Jugendlichen: Daten für diese Gruppen liefern die genannten Studien nicht.
  • Bei anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden während der Einnahme.
  • Bei Gedächtnis- oder Konzentrationsproblemen, die über Wochen anhalten oder zunehmen. Sie können viele Ursachen haben und gehören ärztlich abgeklärt, statt sie mit Pflanzenextrakten selbst zu behandeln.

Wo steht Bacopa unter den legalen Nootropika?

Bacopa wird oft zu den pflanzlichen Nootropika gezählt. Welche Stoffgruppen in Deutschland als Nahrungsergänzung, Arzneimittel oder gar nicht verkauft werden dürfen, ordnet die Seite Legale Nootropika ein. Unabhängig vom rechtlichen Status gilt: Eine Studienlage aus wenigen kleinen Zwölf-Wochen-Studien ist ein Anfang, kein Beleg.

Ist Bacopa in ALPHORA FOKUS enthalten?

Nein. Bacopa monnieri ist kein Bestandteil von ALPHORA FOKUS. Wie andere ayurvedische Pflanzen in die Gruppe der sogenannten Adaptogene einsortiert werden, steht auf der Seite Adaptogene.

Fazit

Zu Bacopa monnieri gibt es mehrere kontrollierte Studien, die Studienlage bleibt trotzdem schmal. Untersucht wurden meist 300 mg eines auf Bacoside standardisierten Extrakts über zwölf Wochen, gemessen wurden vor allem Gedächtnistests, oft bei älteren Erwachsenen. Magen-Darm-Beschwerden sind die häufigste beschriebene Nebenwirkung, mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten sind beim Menschen nicht geklärt.

Quellen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Pflanzenstoffe können mit Medikamenten wechselwirken. Anhaltende Gedächtnis- oder Konzentrationsprobleme sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei Schwangerschaft, Stillzeit, bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ärztlichen Rat einholen.

Häufige Fragen

Wie viel Bacopa wurde in Studien eingesetzt?

In kontrollierten Studien wurden meist 300 mg eines standardisierten Extrakts pro Tag verwendet. Die Übersichtsarbeit von Pase et al. (2012) nennt für die eingeschlossenen Studien eine Spanne von 300 bis 450 mg. In der Studie von Calabrese et al. (2008) war der Extrakt auf mindestens 50 Prozent Bacoside A und B standardisiert. Mengen unterschiedlicher Extrakte sind nicht direkt vergleichbar.

Nach welcher Zeit zeigten sich in Studien Unterschiede?

Die meisten Studien liefen zwölf Wochen. In einer frühen Studie (Stough et al., 2001) wurde nach fünf und nach zwölf Wochen getestet, die deutlichsten Unterschiede zum Placebo zeigten sich nach zwölf Wochen. Aussagen über die Wirkung einer einzelnen Einnahme lassen sich aus diesen Studien nicht ableiten.

Welche Nebenwirkungen sind bei Bacopa beschrieben?

Vor allem Magen-Darm-Beschwerden. Morgan und Stevens (2010) berichten über häufigeren Stuhlgang, Bauchkrämpfe und Übelkeit. In der Studie von Calabrese et al. (2008) traten unerwünschte Ereignisse, überwiegend Magenbeschwerden, unter Bacopa ähnlich oft auf wie unter Placebo. Laborversuche deuten zudem auf mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten hin.

Gibt es einen zugelassenen Health Claim für Bacopa?

Nein. Für Bacopa monnieri gibt es in der EU keinen zugelassenen Health Claim. Die Bewertung gesundheitsbezogener Angaben zu Pflanzenstoffen ist seit Jahren ausgesetzt („on hold“). Werbeaussagen zu Gedächtnis oder Konzentration beruhen deshalb nicht auf einer EU-Zulassung.

Ist Bacopa in ALPHORA FOKUS enthalten?

Nein. Bacopa monnieri ist kein Bestandteil von ALPHORA FOKUS. Dieser Beitrag ordnet die Pflanze unabhängig davon ein.

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