Am Sonntag, 25. Oktober 2026, werden die Uhren laut Physikalisch-Technischer Bundesanstalt (PTB) um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Die innere Uhr zieht nicht sofort mit: In einer finnischen Messstudie war die Anpassung vier Tage nach der Herbstumstellung noch nicht abgeschlossen (Lahti et al. 2008). Rechne mit einigen Tagen, bis Schlaf und Tagesform wieder im Takt sind.
Dieser Beitrag erklärt, warum die Umstellung müde machen kann, obwohl die Nacht eine Stunde länger ist, wie du dich in kleinen Schritten vorbereitest und wen die Herbstumstellung stärker trifft.
Was passiert bei der Zeitumstellung am 25. Oktober 2026?
Mit der Umstellung endet die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ), ab dann gilt wieder die Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Die Uhren springen um 3 Uhr zurück auf 2 Uhr, die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr gibt es in dieser Nacht also zweimal. Die PTB, die in Deutschland die gesetzliche Zeit bereitstellt, bezeichnet sie als 2A und 2B. Die Regel ist fest: Die Sommerzeit endet immer am letzten Sonntag im Oktober.
Auf dem Papier gewinnst du eine Stunde Schlaf. Dein Körper richtet sich allerdings nicht nach der Uhr an der Wand.
Warum die innere Uhr nachhängt
Der Schlaf-Wach-Rhythmus folgt einer inneren Uhr, die sich jeden Tag neu an der Umwelt ausrichtet. Der wichtigste Taktgeber dafür ist Licht. Die American Academy of Sleep Medicine (AASM) beschreibt Licht und Dunkelheit als die stärksten Zeitsignale für Wachheit und Schläfrigkeit. Der Sonnenaufgang verschiebt sich durch die Umstellung nicht, nur die Zahl auf dem Wecker.
Für die ersten Tage heißt das: Dein Körper lebt noch eine Stunde voraus. Um 22 Uhr neuer Zeit fühlt es sich an wie 23 Uhr, die Müdigkeit kommt am Abend früher. Morgens wachst du womöglich zu deiner gewohnten biologischen Zeit auf, und die liegt auf der Uhr jetzt eine Stunde früher. Wer sonst um 6 Uhr wach wird, liegt dann um 5 Uhr im Bett und wartet auf den Wecker.
Die gute Nachricht: Die Herbstumstellung gilt als die leichtere. Ein Team der LMU München hat Schlaf und Aktivität von 50 Personen über acht Wochen rund um beide Umstellungen ausgewertet (Kantermann et al. 2007). Im Herbst passten sich beide Werte zügig an, im Frühjahr dagegen kaum, vor allem bei Spättypen.
Wie lange dauert die Müdigkeit nach der Zeitumstellung?
Leichter heißt nicht spurlos. In einer finnischen Studie trugen neun gesunde Erwachsene Bewegungsmesser am Handgelenk (Lahti et al. 2008). Nach der Herbstumstellung wurde der Schlaf bei allen Teilnehmenden unruhiger, die Schlafeffizienz sank bei allen außer einer Person. Vier Tage nach der Umstellung war die Anpassung noch nicht abgeschlossen. Mit neun Personen ist die Studie klein, sie zeigt aber die Richtung.
Für die Umstellung im Frühjahr nennt die AASM rund fünf bis sieben Tage, in denen Schlafdauer und Schlafqualität leiden können. Im Herbst geht es bei den meisten schneller. Realistisch sind also einige Tage, bei manchen Menschen bis etwa eine Woche.
Was in den Tagen davor und danach hilft
Schlafenszeit in kleinen Schritten verschieben
Die AASM empfiehlt, die Schlafenszeit in den Nächten vor der Herbstumstellung jeden Abend um 15 bis 20 Minuten nach hinten zu verschieben. Wer normalerweise um 23 Uhr schläft, geht am Mittwoch um 23:15 Uhr ins Bett, am Donnerstag um 23:30 Uhr, am Freitag um 23:45 Uhr und am Samstag um Mitternacht. Nach der Umstellung entspricht das wieder 23 Uhr. Die Aufstehzeit wandert in denselben Schritten mit.
Eine Ausnahme nennt die AASM ausdrücklich: Wer ohnehin dauerhaft zu wenig schläft, verschiebt nichts und nimmt die zusätzliche Stunde in der Umstellungsnacht einfach mit.
Licht erst ab der Aufstehzeit
Für den Herbst rät die AASM, Licht bis zur gewünschten Aufstehzeit möglichst zu meiden. Wer nach der Umstellung um 5 Uhr wach liegt, lässt die Rollläden also unten. Ab der geplanten Aufstehzeit darf es hell werden. Tageslicht am Morgen und über den Tag gibt dem Rhythmus einen festen Bezugspunkt, denn Licht und Dunkelheit sind die Signale, nach denen sich die innere Uhr stellt.
Gewohnte Zeiten in der Umstellungsnacht
Für die Nacht selbst schlägt die AASM eine einfache Routine vor: die Uhren erst kurz vor dem Schlafengehen umstellen, zur gewohnten Zeit ins Bett gehen und am Morgen zur gewohnten Zeit aufstehen. Das Prinzip lässt sich auf die folgenden Tage übertragen: gleiche Aufstehzeit, auch wenn der Körper abends früher müde wird.
Koffein früher stoppen
Spätes Koffein macht die Umstellung nicht leichter. Eine Meta-Analyse von 24 Studien (Gardiner et al. 2023) fand durch Koffein im Schnitt 45 Minuten weniger Gesamtschlaf. Um das zu vermeiden, sollte eine Tasse Kaffee mit rund 107 mg Koffein mindestens 8,8 Stunden vor dem Schlafengehen getrunken werden, eine Portion mit rund 218 mg mindestens 13,2 Stunden vorher. Die EFSA weist darauf hin, dass schon 100 mg kurz vor dem Schlafengehen bei manchen Erwachsenen Schlafdauer und Schlafmuster beeinflussen können.
Praktisch heißt das: Wer um 22:30 Uhr schlafen will, trinkt den letzten Kaffee gegen 13:30 Uhr. In der Umstellungswoche zählt die tatsächliche neue Schlafenszeit, nicht die gewohnte. Wie viel Koffein bei deiner Routine abends noch im Körper ist, zeigt der Koffein-Rechner. Halbwertszeit und Abbau erklärt der Beitrag Wie lange wirkt Koffein?.
Mehr Kaffee ist keine Lösung Koffein ändert nichts daran, dass der Körper Schlaf braucht. Wer die holprigen Tage mit zusätzlichen Tassen am Nachmittag überbrückt, riskiert die nächste kurze Nacht. Warum sich Müdigkeit nicht wegtrinken lässt, erklärt der Beitrag Adenosin: warum wir müde werden.
Wen die Herbstumstellung stärker trifft
- Frühtypen. In der finnischen Studie war die Herbstumstellung für ausgeprägte Morgenmenschen belastender, die Frühjahrsumstellung für Abendmenschen (Lahti et al. 2008). Wer ohnehin früh wach ist, wacht nach der Umstellung auf der Uhr noch früher auf.
- Spättypen haben es im Herbst meist leichter. Ihr schwieriger Termin ist das Frühjahr (Kantermann et al. 2007).
- Kinder und Jugendliche. Kleine Kinder richten sich nicht nach der Uhr. Sie werden zu ihrer gewohnten biologischen Zeit wach, nach der Umstellung also eine Stunde früher. Auch hier lässt sich die Schlafenszeit in den Tagen davor schrittweise verschieben. Jugendliche zählt die AASM zu den Gruppen mit dem größten Risiko, weil viele unter der Woche dauerhaft zu wenig schlafen.
- Menschen in Nachtschicht. Auch sie nennt die AASM ausdrücklich, weil sie tagsüber ohnehin schwer guten Schlaf finden. Wie sich Licht, Koffein und Schlaf rund um Nachtdienste planen lassen, beschreibt die Seite Nachtschicht.
- Menschen mit Schlafproblemen und alle, deren Befinden stark mit den Jahreszeiten schwankt. In der finnischen Studie litten Personen mit ausgeprägter Saisonalität stärker unter beiden Umstellungen.
Wann die Müdigkeit nichts mit der Uhr zu tun hat
Die Umstellung erklärt ein paar holprige Tage. Hält die Müdigkeit über Wochen an, ist die Zeitumstellung als Ursache unwahrscheinlich, und die Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt. Mögliche Gründe für anhaltende Müdigkeit und schlechte Konzentration ordnet die Seite Müdigkeit und Konzentration ein. Warum Schlaf die Grundlage für einen klaren Kopf am nächsten Tag ist, beschreibt der Beitrag Schlaf und mentale Leistung.
Fazit
Die Uhr springt in einer Nacht, der Körper folgt über mehrere Tage. Im Herbst geht das meist schneller als im Frühjahr, Frühtypen spüren es trotzdem. Wer die Schlafenszeit vorab in Schritten von 15 bis 20 Minuten verschiebt, Licht erst ab der Aufstehzeit zulässt und den letzten Kaffee rund neun Stunden vor dem Schlafen trinkt, macht es der inneren Uhr leichter.
Quellen
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt: Sommerzeiten in der Bundesrepublik Deutschland ab 1980 und Wann beginnt und endet die Sommerzeit in Deutschland?
- American Academy of Sleep Medicine: Daylight Saving Time (Tipps für beide Umstellungen, Risikogruppen)
- American Academy of Sleep Medicine: Fall back to an earlier bedtime as daylight saving time ends
- American Academy of Sleep Medicine: Expert advice to prevent negative effects of change to Daylight Saving Time (fünf bis sieben Tage im Frühjahr)
- Lahti TA et al. (2008): Transitions into and out of daylight saving time compromise sleep and the rest-activity cycles. BMC Physiology 8:3
- Kantermann T et al. (2007): The human circadian clock’s seasonal adjustment is disrupted by daylight saving time. Current Biology 17(22):1996
- Gardiner C et al. (2023): The effect of caffeine on subsequent sleep: A systematic review and meta-analysis. Sleep Medicine Reviews 69:101764
- EFSA: Themenseite Koffein
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Anhaltende Müdigkeit oder Schlafprobleme sollten ärztlich abgeklärt werden. Die Gesamt-Koffeinaufnahme aus allen Quellen sollte im Blick behalten werden.
Häufige Fragen
Wann ist die Zeitumstellung 2026?
Die Sommerzeit endet am Sonntag, 25. Oktober 2026. Laut Physikalisch-Technischer Bundesanstalt werden die Uhren um 3 Uhr Sommerzeit auf 2 Uhr zurückgestellt. Die Nacht von Samstag auf Sonntag hat damit 25 Stunden.
Wie lange dauert die Müdigkeit nach der Zeitumstellung?
Meist einige Tage. In einer kleinen finnischen Studie mit Bewegungsmessern war die Anpassung vier Tage nach der Umstellung noch nicht abgeschlossen. Für die Umstellung im Frühjahr nennt die American Academy of Sleep Medicine rund fünf bis sieben Tage mit beeinträchtigtem Schlaf.
Ist die Umstellung auf Winterzeit leichter als die auf Sommerzeit?
Für die meisten Menschen ja. Eine Münchner Studie (Kantermann et al. 2007) fand, dass sich Schlaf und Aktivität im Herbst zügig anpassen, im Frühjahr dagegen kaum, vor allem bei Spättypen. Frühtypen trifft dagegen eher die Umstellung im Herbst.
Wann sollte ich nach der Zeitumstellung den letzten Kaffee trinken?
Eine Meta-Analyse von 2023 kommt für eine Tasse Kaffee mit rund 107 mg Koffein auf mindestens 8,8 Stunden Abstand zum Zubettgehen. Wer um 22:30 Uhr schlafen geht, trinkt die letzte Tasse also gegen 13:30 Uhr. Maßgeblich ist die tatsächliche neue Schlafenszeit.
Wer ist von der Zeitumstellung im Herbst besonders betroffen?
Frühtypen, weil sie nach der Umstellung auf der Uhr noch früher aufwachen. Die American Academy of Sleep Medicine zählt außerdem Jugendliche und Menschen in Nachtschicht zu den Gruppen mit dem größten Risiko, ebenso alle, die ohnehin zu wenig oder schlecht schlafen.